Gegründet im November 1989 – Online-Ausgabe seit 2004 Ausgabe Nr.115 - 15. Januar 2018

Nach der Wende hilfreicher Ratgeber der Stadt Meerane

Von Horst Donner

Rainer Offergeld bei seiner Dankesrede im Burghof Lörrach Fotos: Kristoff Meller

Beim Neujahrsempfang der Meeraner Partnerstadt Lörrach wurde der frühere Oberbürgermeister Rainer Offergeld (1984 bis 1995) 22 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt mit den Würden eines Ehrenbürgers ausgezeichnet.

„Spät, aber nicht zu spät“, schrieb die Badische Zeitung. Zu seinem 80. Geburtstag, den der einstige Staatssekretär im Wirtschafts- und Finanzministerium und spätere Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit an Weihnachten feierte, jedenfalls eine verdiente Auszeichnung!

Offergeld hat in vielen Bereichen der Stadtentwicklung Maßstäbe gesetzt und in die Region ausstrahlende „Leuchttürme“ geschaffen. In seiner Amtszeit wurde mit dem Burghof das überregional bekannte und multifunktional genutzte Kultur- und Veranstaltungszentrum errichtet. Dies, obwohl sich die Lörracher in zwei Bürgerentscheiden mehrheitlich gegen den Bau aussprachen, das erforderliche Quorum jedoch nicht erreichten. Einstige Gegner sind heute mit diesem in der Stadt dominanten und architektonisch stadtbildprägenden Bauwerk längst versöhnt.
Mit dem Ausbau der Fußgängerzone und der Verbannung der Autos aus dem Zentrum hat Offergeld die Attraktivität der Innenstadt erheblich gestärkt. Das mit seiner Unterstützung 1994 ins Leben gerufene Stimmenfestival genießt heute einen international hervorragenden Ruf. Im Wohnungsbau linderte er mit der Erschließung eines großen Wohngebietes an der deutsch-schweizerischen Landesgrenze und der Erweiterung des Stadtteils Salzert die schon damals akute Wohnungsnot. „Sie haben die Stadt gestaltet und durch ihr entschiedenes und weit vorausblickendes Handeln geprägt“, würdigte der amtierende Oberbürgermeister Jörg Lutz die Verdienste des früheren Stadtoberhauptes. Nach der Devise „in der Ruhe liegt die Kraft“ habe Offergeld Ideen entwickelt und Initiativen für ein stabiles Gemeinwesen in Gang gesetzt. „Sie haben sich um die Stadt verdient gemacht“, schloss Lutz. Die etwa 400 Besucher pflichteten ihm mit starkem Applaus bei.

Gäste beim Neujahrsempfang im Burghof Lörrach Oberbürgermeister Jörg Lutz überreicht die Urkunde

Wer Offergeld kennt, weiß, dass er solche Rituale nicht besonders mag. Aber er freute sich sichtlich über die Ehrung, für die sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen hatte. „Ein bisschen viel Lob“, meinte der gut aufgelegte Offergeld und erheiterte die Festgesellschaft mit einem Bonmot des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog: „Politiker werden immer größer, je töter sie sind.“ Kurz erinnerte er daran, dass er die Stadt Lörrach bei seinem Amtsantritt nach dem „Kraftakt Landesgartenschau“ erst einmal aus einem tiefen finanziellen Loch holen musste. Dies schaffte er mit Augenmaß, Zielstrebigkeit und einem eisernen Sparwillen. Die positive Bilanz mit schwarzen Zahlen am Ende seiner zehnjährigen Amtszeit war eindeutiger Beweis seines erfolgreichen Wirkens zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.
In den Reihen illustrer Ehrengäste saßen zwei aufmerksame Besucher aus Meerane: Alt-Bürgermeister Peter Ohl und sein Nachfolger Lothar Ungerer. Dass sie den weiten Weg nach Lörrach auf sich nahmen und damit besonders Rainer Offergelds Verdienste um das Zustandekommen der Partnerschaft zwischen den beiden Städten anerkannten, fand starke Beachtung. Zu den Zeiten der Wende knüpfte Offergeld mit den damals Verantwortlichen im Meeraner Rathaus um Peter Ohl erste Kontakte. Daraus entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen und eine lebendige Städtepartnerschaft.
Mit seiner großen Erfahrung, seinem profunden Wissen als Finanzfachmann und seinen Kenntnissen als Kommunalpolitiker hat Offergeld die Stadt Meerane in schwerer Zeit beim Aufbau ihrer Verwaltung mit neuen demokratischen Strukturen ebenso unterstützt wie bei der Schaffung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge für die Bürger. Peter Ohl, bis heute mit Rainer Offergeld freundschaftlich verbunden, wusste dies besonders zu schätzen. Zu den guten Ratschlägen des Lörracher Oberbürgermeisters zählte sicher auch die Ermunterung, im Nahbereich von VW auf Meeraner Gemarkung ein Gewerbegebiet zu erschließen, um Arbeitsplätze zu schaffen und kommunale Steuerquellen zu erschließen – getreu seiner festen Überzeugung: „Ohne Moos nix los.“


Horst Donner

Journalist und bis 2006 Redaktionsleiter
der Badischen Zeitung Lörrach, zählte nach der Wende zu den ersten Lörracher Besuchern in Meerane, ist seither aufmerksamer Beobachter der Entwicklung der sächsischen Partnerstadt und ist immer wieder mit der Besuchergruppe der katholischen Pfarrei St. Peter in Meerane zu Gast.
Foto: Archiv Badische Zeitung

Der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. informiert


Der Förderkreis wurde im Mai 2011 gegründet, um unseren Friedhof als ganzes und besonders die Sanierung der Neuen Friedhofshalle von 1914 durch das Sammeln von Spenden finanziell zu unterstützen. Bis heute sind das Interesse und die Freude an der Sanierung dieses einzigartigen Architekturdenkmals in der Bürgerschaft und bei Freunden unserer Stadt ungebrochen.
Bis zum 31. Dezember 2017 konnten so fast 150.000 € zusammengetragen werden. Und 2018 geht es schon Anfang des Jahres weiter.
Bereits 110.000 € stecken aus den Spendengeldern in den 2017 abgeschlossenen Sanierungen der Dächer, Fenster und Mauern von Halle und Aufbahrung. Es fehlt nur noch die Eingangsseite, der Portikus. Der ist 2018 im Plan, sobald es das Wetter zulässt. Dafür sind vom Spendenkonto, das z. Zt. gut 40.000 € umfasst, bereits 10.000 € vorgesehen. Die verbleibende Summe von derzeit rund 30.000 € und alle weiteren auf dem Konto eingehenden Spenden werden für die Sanierung des Innenraums angespart. Wir hoffen, dass uns das 2018 im Jahr des 150-jährigen Jubiläums unseres Friedhofs gelingen wird.
Die bisherigen Sanierungskosten betrugen 520.000 €. Darin stecken Fördermittel vom Bund, vom Freistaat Sachsen, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, von der Sparkasse Chemnitz, Eigenmittel des Friedhofs und, besonders hervorzuheben, Ihre vielen Spenden! Dahinter stehen einzelne Bürger und ganze Familien und Firmen, die sich mit Meerane über diese Halle aus dem Jahr 1914 und miteinander verbunden fühlen.

Fortsetzung der Spenderliste (1405 - 1424)

Dr. Dietmar Kurth, Frieder und Annelie Ebersbach, Dietrich Lehmann, Michael Bräutigam, Margrit und Stefan Profe, Monika und Thomas Kohlbach (Altenburg), Fördergemeinschaft Mehr Meerane, Bärbel Bertleff, Inge Schmitz, Dieter und Gisela Hummel, Dieter und Elisabeth Köhler, Dieter und Irmgard Kunzmann, Rucks Maschinenbau GmbH (Glauchau), Stefan und Christine Wiedemann. Ende des Jahres 2017
Anfang 2018: Horst und Isolde Ranft, Gärtnerei Linke, Renate Erfurth, Gisela Schulz, Heidi und Dr. Peter Ohl, Brigitte Wrobel

Herzlichen Dank für die Unterstützung der Hallensanierung – Spendensumme 150.254 €

Kontostand zum 15.01.2018 rund 40.117 €

Konto für Ihre Spende: Förderkreis Friedhof Meerane e. V. - Sparkasse Chemnitz, IBAN DE02 87050000 0710 0110 91 BIC CHEKDE81XXX Zweck: Friedhofshalle.
Vorbereitete Überweisungsträger in der Friedhofsverwaltung, im Pfarramt und in der Sparkasse.

Kleine Handwerkergalerie stellvertretend für alle an der Sanierung der Halle Beteiligten



Nachruf

Sanitätsrat
Klaus Emil Scheffel

13.12.1935 – 28.12.2017

Wir nannten ihn immer nur Emil. Er gehörte von Anfang an dazu: 1963-65 zur Studentenband „JAZZ babies“ in Jena und ab 1973 zur „hot & blue jazz band“ Meerane. Mit seinem Kontrabass setzte der Chirurg aus Gera ein solides rhythmisches Fundament. Als er dann das Bass-Saxophon für sich entdeckte, verlieh er der Band einen außergewöhnlichen Klang, einzigartig damals im traditionellen Jazz der DDR und auch weiterhin. Er begleitete uns 33 Jahre lang durch alle Höhen und Tiefen, zuverlässig, mit feinem Humor, e i n F r e u n d. Inzwischen in Woltersdorf bei Berlin ansässig, machte uns 2006 sein gesundheitlich bedingter Rückzug vom aktiven Bandgeschehen betrübt, über den endgültigen Abschied sind wir traurig. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Lieber Emil, Du bist bei uns.

Die „hot & blue jazz band“ Meerane mit:
Klaus Kirst, Peter Ohl, Götz Methfessel, Volkmar Hesse, Wolfgang Schmidt und Henry Richter.


Was wird mit dem Möschlerweg, einem bisher beschränkt öffentlichen Weg?

Die Stadtverwaltung beabsichtigt den ersten Teil des Weges ab der Schönberger Straße aus dem Straßen-verzeichnis der Stadt zu streichen. Damit gerät die öffentliche Nutzung in Gefahr, weil der Weg (schon immer) über Privatgrund verläuft. Anlass scheint die 2017 von der Stadt gepflasterte steile Anbindung des Weges an die Schönberger Straße zu sein. Die Bürger, (nicht nur Anlieger) die sich davon betroffen fühlen, können ihre Einwendungen bei der Stadtverwaltung schriftlich einbringen. Siehe: Amtliche Mitteilungen letzte Meeraner Zeitung vom 20. Dezember 2017

Aus anderen Zeitungen

In der Freien Presse vom 12. Januar 2018 ist auf Seite 9 zu lesen:
Liberale zeigen wieder breite Brust

Dort schreibt der Redakteur Michael Stellner über den kämpferischen Jahresauftakt des Kreisverbandes der FDP in Zwickau, wo auch der Meeraner Bundestagsabgeordnete Dr. Jürgen Martens, ehemaliger sächsischer FDP-Justizminister, zugegen war. In dem Artikel steht, dass die Partei „sich schon einmal vorsorglich mit allen politischen Gegnern anlegt“. Über die FDP selbst erfährt man wenig mehr, als dass sie zur Landtagswahl 2019 wieder in das Parlament einziehen will. –o-


Schwarz-Druck Meerane - auch ein Nachruf

Im Herbst 1989 war es die Buchdruckerei Max R. Otto, Meerane, mit Rolf Schwarz, die das 1. MEERANER BLATT in einer Auflage von 2000 Exemplaren druckte. Damals setzte die Firma Schwarz die Existenz ihres Familienbetriebes aufs Spiel. Keiner wusste wie es ausgehen wird. Das war mutig und bleibt immer in unserer Erinnerung! „Es ist eine frühe unabhängige Zeitung der friedlichen Revolution, ein Druck ohne Lizenz.“ So die Bewertung vom MEERANER BLATT im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Leipzig.

Ab dem 18. November 89 erschien das Blatt wöchentlich mehr als 10 Jahre im Abonnement und Freiverkauf in einer Auflage von bis zu 3500 Exemplare zum Preis von 50 Pfennige.
Es war das kommunalpolitische Informationsblatt der Meeraner.
Nach der Kommunalwahl 1990 nahm das Blatt auch die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt auf. Damit trug die Druckerei in und nach der Wendezeit einen wesentlichen Anteil an der Geschichtsschreibung der Stadt Meerane.

Am 9. Mai 1990 kam der Schriftsetzermeister Rolf Schwarz auf tragische Weise ums Leben. Sein Bruder, Dr. Klaus Schwarz, übernahm den Familienbetrieb. Bis zum September 1990 steht die Buchdruckerei Max R. Otto als Druckerei im Blatt. Daraus wird nun Schwarz- Druck. Es erscheinen insgesamt 617 Ausgaben. Das ist eine große Leistung. Im Juni 2002 sah sich der Herausgeber vom Blatt (Meeraner Bürgerverein) gezwungen, das Erscheinen einzustellen. Seit 2001 durften nach Stadtratsbeschluss die amtlichen Bekanntmachungen nicht mehr dort veröffentlicht werden, dieser Zuschuss fehlte, Kosten stiegen insgesamt, Abonnements und Anzeigenaufkommen verringerten sich. Danach verschwand das MEERANER BLATT - nicht nur für die Bürger, sondern auch aus der Traditionsvitrine von Schwarz Druck Werbung und Verlag GmbH.

Am 13.09.2002 wurde dann die Meeraner Zeitung von Schwarz-Druck gemeinsam mit Bürgermeister Prof. Dr. Ungerer herausgegeben. Sie erschien bis 2017. Viele Bürger sprachen allerdings weiter vom MEERANER BLATT, wenn sie die Meeraner Zeitung meinten, obwohl sich der Charakter sehr verändert hatte.
Im Internet erscheint das MEERANER BLATT als Kommunikationsplattform übrigens wieder seit 2004 unter www.meeranerblatt.de.


Am Rande

Geschichte wiederholt sich zuweilen

In den 30er Jahren durfte Erich Kästner seine Bücher nicht mehr unter seinem Namen veröffentlichen. Dass so etwas auch heute noch möglich sein kann, erfuhr ich 2016 und 2017. Meine Informationen vom Förderkreis Friedhof Meerane e. V. wurden lediglich noch sporadisch in der Meeraner Zeitung abgedruckt und das nur nach Streichung meines Namens als Verfasser. Dr. Peter Ohl


Einwohnerentwicklung unserer Stadt

Laut Freie Presse sank die Einwohnerzahl von Meerane weiter auf 14.744 (Stand 30. November 2017). Im Vergleich: 1990 waren es noch knapp über 20.000 Bewohner.


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